Björn Haase, Manager für nichtmetallische Produkte bei Höganäs
Falbeispiel

Nebenprodukte tragen zur Wiederherstellung von Korallenriffen an der schwedischen Westküste bei

Schlacke aus den Höganäs-Betrieben wird in einem Projekt zur Wiederherstellung von Korallenriffen an der Westküste Schwedens eingesetzt. Insgesamt werden 132 sternförmige Strukturen, jeweils 600 kg schwer, an sechs Standorten im Kosterfjord-Väderöfjord platziert.

„Korallenriffe sind die artenreichsten Lebensräume der Meere. Entlang der Westküste gab es früher mehrere lebende Korallenriffe, von denen die meisten inzwischen zerstört wurden. Durch das Platzieren künstlicher Riffstrukturen hoffen wir, diese wertvollen Lebensräume wiederherzustellen”, sagt Anita Tullrot, Projektleiterin des Projekts Life Lophelia der Verwaltungsbehörde der Region Västra Götaland.

Hinter der Gestaltung der Riffstrukturen steht langjährige Forschung. Die Kaltwasserkoralle Lophelia pertusa gedeiht in starken Strömungen, aber da die Larven auf flachen Meeresböden weggespült werden, benötigen sie etwas Hervorstehendes, an dem sie sich festhalten können. Nach umfangreichen Versuchen in speziellen Aquarien entschieden sich die Forschenden für eine sternförmige Struktur, an der Schlacke von Höganäs angebracht wurde. Die Schlacke ist ein Nebenprodukt aus der Metallpulverproduktion von Höganäs.

„Unsere Schlacke enthält Kalk und andere Mineralien und hat sich hierfür als nützlich erwiesen”, erklärt Björn Haase, Manager für nichtmetallische Produkte bei Höganäs. „Die Schlacke ist außerdem voller kleiner Hohlräume, in denen die Larven Schutz finden und sich festsetzen können. Wir haben mehrere Materialien getestet und festgestellt, dass sie besonders von Schlacke angezogen werden”, ergänzt Ann Larsson, Forscherin an der Universität Göteborg. Die sechs Standorte, an denen die Strukturen platziert wurden, stehen unter Schutz: Fischerei, einschließlich Schleppnetzfischerei sowie der Einsatz von Krabben- und Hummerkäfigen. ist dort ebenso verboten wie das Ankern. Lophelia pertusa wächst langsam, und der Prozess zur Etablierung lebender Korallenriffe wird voraussichtlich lange dauern. Die Forschenden werden den Fortschritt dokumentieren, indem sie die Standorte alle drei Jahre filmisch erfassen. „Wir haben den Korallenlarven die bestmöglichen Bedingungen geschaffen. Meine Hoffnung ist, dass wir innerhalb von fünf Jahren lebende Korallen auf den Riffen sehen werden. Sie werden vielen verschiedenen Arten – sowohl sesshaften als auch mobilen – zugutekommen und die Biodiversität in diesem Gebiet erhöhen“, so Anita Tullrot.

Foto: Anita Tullrot

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