Klimaneutrale Betriebe

Klima

Klima und Energie

Unser Ziel lautet, unser Geschäft im Jahr 2045 klimaneutral zu betreiben. Dieses Ziel ist ebenso ambitioniert wie notwendig. Um unsere Auswirkungen auf das Weltklima zu minimieren, müssen wir gleichermaßen bewährte wie auch neu entwickelte Methoden nutzen. Wir müssen darüber hinaus in Forschung und Innovation investieren, um uns über das, washeute noch unmöglich zu sein scheint, hinaus zu verbessern,  . 

Gegenwärtig konzentrieren wir uns darauf, die Energieeffizienz zu verbessern, in Produktion und Transport den Übergang zu regenerativen Energien zu vollziehen, fossile Prozesskohle zu ersetzen und unsere Materiallieferung zu überdenken.

Klima-Roadmap

Unsere Klima-Roadmap 2045 wurde im Jahr 2019 von der Konzernleitung genehmigt und auf den Weg gebracht. Sie formuliert das Ziel, bis 2045 netto klimaneutral zu werden und unsere Einnahmequellen von klimaschädlichen Emissionen zu entkoppeln. Die Roadmap gibt einen Überblick über unsere direkten und indirekten Emissionen, unsere Material- und Energieversorgung, unsere Produktionsverfahren, Planungen für Forschung und Entwicklung und unsere Geschäftsmodelle.

Die Roadmap dient uns als Leitfaden für strategische und Planungsprozesse. Unsere drei wichtigsten Strategiebereiche zur Minderung der Klimaauswirkungen sind folgende:

  1. Reduzierung von Emissionen durch Steigerung der Energieeffizienz
  2. Verwendung von mehr Recyclingmaterialien zur Verminderung von Emissionen aus vorgelagerten Prozessen
  3. Steigende Nutzung erneuerbarer Energien und Brennstoffe

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Erreichen unseres langfristigen Ziels ist die vollständige Integration klimarelevanter Ziele in unseren internen Geschäftsplanungsprozess. Die Integration der Klima-Roadmap 2045 in unsere Arbeitsweisen in den Produktbereichen und langfristig auch in Forschung und Entwicklung sowie in unsere Investitionsvorhaben ist ausschlaggebend für die Schaffung von Werten. Gute Unternehmensführung und Beständigkeit sind notwendig, damit der Konzern handlungs- und entscheidungsfähig bleibt.

Uns ist gegenwärtig sehr bewusst, dass unser Erfolg in hohem Maße von externen Faktoren abhängt, beispielsweise von:

  • der Zusammenarbeit mit Zulieferern, Kunden und anderen Geschäftspartnern in unserer Wertschöpfungskette,
  • neuen oder verbesserten Lösungen beispielsweise in der Verfahrenstechnik, von Programmen zur Wiederverwendung und Trennung von Materialien, dem Bezug von Energie aus erneuerbaren Quellen zu betriebswirtschaftlich vertretbaren Kosten, Transportmöglichkeiten und mehr,
  • Geschäftsmodellen, die für uns und unsere Kunden eine Entkopplung unserer Einnahmequellen von Klimaauswirkungen unterstützen, und
  • zwischenstaatlichen Anreizen und Vereinbarungen sowie lokalen und regionalen Regulierungen, die Dienstleistungs- und Industriebranchen sowie Einzelunternehmen, die sich gegenwärtig im Wandel befinden, bei der Aufrechterhaltung oder Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützen.

Die Klima-Roadmap bietet zeigt zwar nicht bis ins kleinste Detail den Weg zur Klimaneutralität auf, aber sie definiert einen Ausgangspunkt, gibt eine klare Marschrichtung und auch das Tempo für die Umsetzung vor. Damit stellt sie für jeden Teil der Organisation die notwendigen Hilfsmittel bereit, um Lösungen für die Aufgabenbewältigung zu finden. Der Weg vor uns birgt einige Herausforderungen, aber wir sind zuversichtlich, dass wir der richtigen Route für unser Unternehmen folgen.

Neue Technik zur regenerativen Erzeugung von Gas

Gegenwärtig gibt es für Höganäs nur wenige realistische Alternativen zu fossilen Brennstoffen (Erdgas), denn wir benötigen eine präzise Prozesssteuerung, hohe Temperaturen und reine Materialien. Um einen Wandel anzustoßen, haben wir das Projekt Probiostål und eine Kooperation mit Cortus Energy begonnen, die mit dem Woodroll® -Prozess eine Technik für die Vergasung und Umstrukturierung von Biomasse zu Synthesegas entwickelt haben.

Nach einer Reihe von Studien wurde an unserem Standort in Höganäs, Schweden, eine Pilotanlage für Tests im industriellen Maßstab errichtet. Wenn sich die Technologie für die Nutzung im industriellen Maßstab bewährt, wird uns bereits die vorhandene Anlage in die Lage versetzen, unsere Emissionen an fossilem CO2 um rund 10.000 Tonnen pro Jahr zu reduzieren.

Rohstoffe aus regenerativen Quellen

Bei unserem Streben nach einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger stellt die in unseren Prozessen verwendete fossile Kohle eine Herausforderung dar. Die Eisenschwamm-Anlage ist der einzige Betrieb innerhalb des Konzerns, in dem wir fossiles Koks und Anthrazit verwenden, Eisenerz zu metallischem Eisen zu reduzieren. Gegenwärtig ist dieser Reduzierungsprozess für beinahe 70 Prozent der direkten CO2 -Emissionen der Höganäs Group verantwortlich.

Im Rahmen unseres Entwicklungsprogramms für erneuerbare Alternativen haben wir Biokoks als Teilersatz für die fossile Kohle identifiziert und getestet. Die laufende Entwicklung ist vielversprechend und kann im Erfolgsfall zu einer Reduzierung der direkten Gesamtemissionen der Höganäs Gruppe um 10 Prozent führen. Dies entspricht 28.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Die Pilotanlage für regenerativ erzeugtes Gas kann auch zur Produktion von Biokoks eingesetzt werden. Dies wird uns in die Lage versetzen, biogenen Kohlenstoff aus verschiedenen erneuerbaren Rohstoffen zu untersuchen. Das langfristige Ziel lautet, im Eisenschwammprozess so viel fossile Kohle wie möglich zu ersetzen.

Energiemanagement

Der Energieverbrauch von Höganäs setzt zusammen aus Brennstoffverbrauch und eingekaufter Energie. Ein Teil der Energie wird in Restwärme umgewandelt und kann an externe Verbraucher weitergegeben werden. Der größte Teil fließt in das Fernwärmenetz, auch die örtliche Kläranlage wird damit versorgt.

Unsere gegenwärtige Initiative für Energieeffizienz, die „Energy Challenge“, hat eine Reduzierung unseres Energieverbrauchs zwischen 2010 und 2020 um 10 Prozent pro produzierte Tonne Metallpulver zum Ziel – eine ehrgeizige Vorgabe. Ein zusätzliches Ziel für die Sicherstellung einer effizienten Energiehandhabung besteht darin, unsere energieintensivsten Betriebe mit Schmelzprozessen bis Ende 2021 nach ISO 50001 für Energiemanagement zu zertifizieren. Unsere schwedischen Produktionsstandorte sind bereits zertifiziert, weitere Standorte sind auf dem Weg zur Normenkonformität.

Forschung nach einem Ersatz für fossile Kohle

Höganäs verfolgt bereits mehrere Ansätze, um fossile Kohle auszumustern und die Wirkungen auf das Klima zu reduzieren. Um den Hauptfaktor, nämlich fossile Kohle, ersetzen zu können, ist weitere Grundlagenforschung zu Biokohle und ihren Eigenschaften erforderlich. Hierzu bietet die Technische Universität Luleå/Schweden ihre Hilfe in Form eines gemeinsamen, von der schwedischen Energiebehörde geförderten Forschungsprojekts an.

„Das Projekt wird unser Wissen erweitern - über Biokohle als Ersatz für möglichst viel fossile Kohle in unseren Produktionsprozessen und denen anderer Unternehmen der Branche“, sagt Ryan Robinson, Ingenieur bei Höganäs.

Das Forschungsprojekt besteht aus drei Stufen. Kurz gefasst wird das Forschungsteam eine Biokohle-Spezifikation für die beiden wichtigsten Prozesse in der Metallpulverproduktion bei Höganäs entwickeln: den Eisenschwammprozess und den Verdüsungsprozess. Anschließend wird das Team die verschiedenen Prozessparameter für die Produktion von Biokohle untersuchen, die den Spezifikationen entspricht. Die dritte Phase besteht in der Erstellung eines Datenmodells, das die Vergrößerung der Anwendung speziell im Eisenschwammprozess ermöglicht. Parallel dazu betreibt Höganäs Praxisstudien, um zu sehen, wie sich das Material im größeren Produktionsmaßstab verhält.

Kentaro Umeki, Associate Professor an der Universität Luleå, ist der Projektleiter. Er wird von zwei leitenden Wissenschaftlern und drei Doktoranden unterstützt.

„Wir wollen durch unsere Forschung zur Entwicklung einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen. Höganäs ist ein seriöser, aktiver Partner, der sein Produktionssystem wirklich umstellen will, von der gegenwärtigen Nutzung großer Mengen fossiler Kohle auf nicht-fossile Brennstoffe. Wenn die Klimaziele erreicht werden sollen, müssen alle Unternehmen in der Stahlindustrie das Gleiche tun. Für die Konsumenten wird bei der Auswahl von Produkten ihre Wirkung auf die Umwelt eines der wichtigsten Kriterien sein. Auch für uns ist es sehr wichtig, Produkte wählen zu können, die unter Verwendung von „grünem“ Stahl produziert worden sind“, sagt Kentaro Umeki.

Unsere Arbeit für den Ersatz fossiler Kohle und Brennstoffe durch erneuerbare Alternativen

Fallbeispiele

„Das Projekt wird Erkenntnisse darüber liefern, wie wir mit Bio-Kohle so viel fossile Kohle wie möglich ersetzen können.“

Ryan Robinson, Ingenieur bei Höganäs.

 

 

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